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Verhandlungen über Baserate im Akutbereich / Tagespauschalen im Bereich Reha / Psychiatrie

Die Verhandlungen der letzten Monate haben die vermutete Absurdität bestätigt: Hunderte von Personen bei Spitälern / Kliniken, Kranken- und Unfallversicherer und bei den Gesundheitsdepartementen sind damit beschäftigt, tonnenweise Zahlen zu verarbeiten, welche zu den entsprechenden Tarifen 2012 führen sollen. Kurz vor Weihnachten sind viele Tarife noch nicht vereinbart und es wird zu einigen Festsetzungen durch die Kantone kommen. Der Ärger über diesen Ressourcenverschleiss auf allen Seiten wird dazu führen, dass die Stimmen, die sich für eine Einheitskasse in der Grundversicherung einsetzen, zunehmen werden.

Investitionskostenzuschlag / Anlagenutzungskosten

Nachdem sich die Spitäler und die Versicherer bzw. die Mitglieder des Branchenverbandes H+ und santésuisse nicht einigen konnten auf eine realistische Abgeltung der Anlagenutzungskosten (ANK), hat Bundesrat Burkhalter diese auf 10% für 2012 festgelegt.

Es ist mehrfach nachgewiesen, dass eine betriebswirtschaftlich realistische Abgeltung der ANK bei ca. 14 bis 16% liegt (nicht nur bei Akutspitälern, sondern auch bei Rehabilitationskliniken).
Der deutlich zu tiefe Investitionszuschlag von 10% für 2012 (und vermutlich leider auch für die Folgejahre) wird einerseits zu einem Investitionsstau führen und andererseits, wie an einigen Orten bereits in der Planung vorgesehen, zu einer Verzerrung bezüglich Vergleichbarkeit. Nämlich deshalb, weil bspw. bei einigen öffentlichen Spitälern die Trägerschaft entsprechende Fehlbeträge bei den Investitionsvorhaben „einschiessen“ wird – notabene mit Steuergelder.

Gleich lange Spiesse?

Bessere Vergleichbarkeit, Transparenz, gleich lange Spiesse sollte gemäss den Verantwortlichen die Einführung von DRG bringen …

Das vermutete Gegenteil ist eingetroffen: Ein schweizweites Wirrwarr an Tarifen, eine realitätsfremde Abgeltung der Anlagenutzungskosten und eine ungleiche Handhabung bei der Finanzierung der Investitionsvorhaben sowie weitere offene Fragen, wie bspw. diejenige der Submissionen: öffentliche Spitäler unterliegen der Submissionspflicht, private Spitäler nicht …