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Thema Aus- und Weiterbildung

Die Einführung von SwissDRG bringt für die Weiterbildung (WB) mindestens drei Probleme mit sich, deren Konsequenzen unklar und nur schwer abschätzbar sind

  1. Abnehmende Hospitalisationsdauer:
    Angesichts der schon seit Einführung des Arbeitsgesetzes (ArG) gehäuften Wechsel der Assistenzärzte (AA) und der Tatsache, dass in der Inneren Medizin über 70% der Patienten notfallmässig eintreten, ist es für einen AA schon im alten System schwierig, den Überblick über einen Patienten zu behalten. Wenn ein Patient beispielsweise an einem Donnerstag Nachmittag notfallmässig eintritt und das Spital am darauf folgenden Montag verlässt, ist es gut möglich, dass er von 6 oder 7 verschiedenen AA gesehen wurde. Auch bei guter Dokumentation, die ihrerseits Zeit braucht, sind Patienten mit komplexen Krankheiten Systembedingt nicht in ihrer Gesamtheit erfassbar. Der einzige, der in der Regel einen Überblick hat, ist der Kaderarzt. Das ist gut für das Outcome, aber schlecht für die Weiterbildung der AA.
  2. Verlagerung in die Ambulanz:
    Das Problem wir dadurch verstärkt, dass aufwändige Abklärungen und Therapie in den ambulanten Bereich verlagert werden, wo der Hausarzt, ein Spezialist, ein Kaderarzt oder ein anderer AA für den Patienten zuständig . Jeder AA sieht nur einen Teil des Ganzen und ihm fehlt die Gesamtschau über das Krankheitsbild.
  3. Kosten
    Weiterbildung (WB) kostet und niemand weiss wie viel. Sollen Pauschalbeträge ausbezahlt werden. Zuständig sind die Kantone, wobei sich die Erziehungs- und Gesundheitsdirektoren streiten, wer zahlen muss. Bis heute sind nur Zahlen aus wenigen Kantonen bekannt. Unklar ist aber, ob (a) der Beitrag für einen AA abhängig von seinem Ausbildungsstand ist (grosse Spitäler verlangen von den AA eine Vorbildung). Die WB-Pauschale bei älteren AA sollte also tiefer sein, zumal die Baserat der grossen Spitäler schon höher ist.

    Unklar ist auch, wie hoch der Prozentsatz weiterzubildender AA sein muss. Traditionell waren die AA-Stellen der öffentlichen Spitäler zu 100% WB-Stellen. Wenn neu Privatspitäler auf die Spitalliste kommen, müssen die Bedingungen definiert werden und für alle gleich sein.

Bitte:
Swiss DRG soll ein lernendes System sein. Dafür braucht es Anregungen und Kritik (und Transparenz), ein Ziel unserer Monitor-Gruppe.

 

Damit wir einen Überblick über die Aus- und WB-Bedingungen in den einzelnen Kantonen und Spitälern erhalten und über weitere Probleme in Sachen WB informiert werden, bitte wir Sie, uns Ihre Kenntnisse und Erfahrungen mitzuteilen: DRG Monitor (drg-monitor.ch)